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Loop-Workspace im Teams-Kanal: Zugriff verwaltet sich selbst

Fabrizio Marra 10. Juli 2026 5 Min. Lesezeit
Loop-Workspace im Teams-Kanal

Kennst du das? Ein neues Teammitglied stösst zu deinem Projekt und fragt am dritten Tag: «Wo finde ich eigentlich unsere gemeinsamen Notizen?» Du erinnerst dich, die liegen in einem Loop-Arbeitsbereich (Workspace). Aber wer hat den ursprünglich erstellt? Und wurde die neue Kollegin schon eingeladen? Du suchst die Person, die den Workspace angelegt hat, bittest um eine Einladung, wartest. Zwei Tage vergehen, bis der Zugriff endlich steht.

Der umgekehrte Fall ist mindestens genauso häufig: Jemand verlässt das Projekt, behält aber weiterhin Zugriff auf den geteilten Workspace, weil niemand daran gedacht hat, die Freigabe zu entfernen. Beides sind keine Ausnahmen, sondern der Alltag in praktisch jedem Team, das über mehrere Monate an einem Projekt arbeitet und dessen Zusammensetzung sich unterwegs verändert.

Beide Situationen haben dieselbe Ursache. Der Loop-Workspace lebt getrennt vom Team, das eigentlich damit arbeitet. Microsoft hat dafür eine Lösung eingebaut, die noch immer viele Teams nicht kennen: den Loop-Workspace direkt im Teams-Kanal. 🔗

Was ein Loop-Workspace im Teams-Kanal ist

Ein Workspace ist im Kern ein Sammelort für mehrere Loop-Seiten, vergleichbar mit einem Ordner für gemeinsam bearbeitbare Inhalte: Notizen, Aufgabenlisten, Tabellen, Statusseiten. Innerhalb einer Seite arbeitest du wiederum mit einzelnen Loop-Komponenten, kleinen Bausteinen wie Checklisten oder Tabellenzeilen, an denen mehrere Personen gleichzeitig und in Echtzeit tippen können. Normalerweise legst du einen Workspace über loop.microsoft.com an und lädst die Personen, die daran arbeiten sollen, einzeln oder per Link ein.

Seit einiger Zeit gibt es eine zweite, oft praktischere Variante: den Workspace direkt als Tab in einem Teams-Standardkanal. Der Unterschied dahinter ist entscheidend. Statt dass du die Mitgliederliste manuell pflegst, übernimmt Teams das für dich. Wer im Kanal ist, hat automatisch Zugriff auf den Workspace. Verlässt jemand das Team, verliert die Person auch den Zugriff auf den Workspace, ganz ohne dein Zutun.

Schritt für Schritt: Workspace im Kanal anlegen

So richtest du einen neuen Loop-Workspace in einem Teams-Kanal ein: 🛠️

  1. Öffne den Standardkanal in Teams, für den du einen gemeinsamen Arbeitsbereich brauchst.
  2. Klicke in der Kanal-Kopfzeile auf das Plus-Symbol, um einen neuen Tab hinzuzufügen.
  3. Wähle im Fenster «Apps» aus und suche nach «Loop».
  4. Vergib einen aussagekräftigen Namen für den Workspace, zum Beispiel «Kundenprojekt Meier Q3», und klicke auf «Erstellen».
  5. Fertig. Der neue Tab ist sofort für alle aktuellen und künftigen Kanalmitglieder sichtbar, ganz ohne weitere Einladung.

Ein Hinweis vorab: Diese Funktion steht aktuell nur in Standardkanälen zur Verfügung, nicht in privaten oder freigegebenen Kanälen. Ausserdem kann es vorkommen, dass einzelne Personen wegen ihrer Lizenz oder organisatorischer Richtlinien selbst keinen Workspace erstellen können. Sie können aber trotzdem an einem bestehenden Workspace mitarbeiten, den eine Kollegin oder ein Kollege angelegt hat.

Einen bestehenden Workspace mit dem Kanal verknüpfen

Hast du schon einen Workspace über die Loop-App erstellt und möchtest ihn nachträglich mit einem Kanal verbinden, geht das genauso einfach:

  1. Klicke wieder auf das Plus-Symbol im Kanal und wähle «Apps», dann «Loop».
  2. Wechsle im Dialog zum Bereich «Workspaces».
  3. Wähle den gewünschten, bereits bestehenden Workspace aus der Liste aus.

Ein wichtiger Unterschied dabei: Ein Workspace, den du ursprünglich über die Loop-App angelegt hast, übernimmt beim Verknüpfen nicht automatisch die Kanalmitgliedschaft. Die Zugriffsrechte bleiben so, wie du sie ursprünglich vergeben hast. Die automatische Synchronisierung gilt nur für Workspaces, die von Anfang an aus dem Kanal heraus erstellt wurden.

Was im Hintergrund automatisch passiert

Teams regelt für dich gleich mehrere Dinge, sobald der Workspace mit dem Kanal verknüpft ist. Die Besitzerinnen und Besitzer deines Teams werden automatisch zu Besitzern des Workspace. Die Vertraulichkeitsstufe (Sensitivity Label) des Workspace übernimmt die Einstufung der Microsoft-365-Gruppe, die hinter dem Team steht. Das schafft Konsistenz im Umgang mit vertraulichen Projektinformationen, ohne dass du selbst etwas einstellen musst.

Die Lebensdauer des Workspace ist zudem an das Team gekoppelt. Löscht ihr das Team, verschwindet auch der zugehörige Workspace automatisch mit. Einzelne Seiten innerhalb eines Workspace kannst du jederzeit separat löschen. Den ganzen Workspace unabhängig vom Team zu entfernen, ist dagegen nicht vorgesehen, dafür müsstest du das ganze Team auflösen. Solltest du aus Versehen den Loop-Tab aus dem Kanal entfernen, ist das kein Beinbruch: Fügst du ihn erneut hinzu, kannst du den zuvor erstellten Workspace einfach wieder anpinnen.

Übrigens bist du nicht auf einen Workspace pro Kanal beschränkt. Brauchst du für unterschiedliche Teilprojekte getrennte Arbeitsbereiche im selben Kanal, kannst du mehrere Workspaces parallel anlegen. Jeder bekommt seinen eigenen Tab und seine eigene, an den Kanal gekoppelte Mitgliederliste.

Kanal-Workspace oder Workspace aus der Loop-App: Was passt wann?

Zwei Fragen helfen dir bei der Entscheidung, welche Variante zu deinem Projekt passt. 💡

Soll jede Person, die Zugriff auf den Kanal hat, automatisch auch den Workspace sehen, selbst wenn sich die Teamzusammensetzung im Laufe des Projekts verändert? Dann ist der Kanal-Workspace die richtige Wahl. Das ist typisch für Projektteams, bei denen im Laufe der Zeit neue Personen dazustossen oder das Projekt wieder verlassen.

Musst du dagegen selbst genau festlegen, wer Zugriff bekommt, unabhängig von einer Teams-Mitgliedschaft, etwa weil externe Partner mitarbeiten oder eine kanalübergreifende Steuerungsgruppe eingebunden werden muss? Dann leg den Workspace direkt in der Loop-App an und verwalte die Mitgliederliste selbst. Genau diesen Ansatz nutze ich zum Beispiel für grössere Kundenprojekte, wenn ich einen eigenen Projekt-Hub mit Tracker, Statusseite und Aufgaben aufbaue, mit einer bewusst zusammengestellten Teilnehmerliste statt einer automatischen Kanalsynchronisierung.

Für die IT-Verantwortlichen in deinem Unternehmen ist übrigens auch die Governance-Seite interessant: Weil ein Kanal-Workspace vollständig an die Microsoft-365-Gruppe hinter dem Team gebunden ist, laufen Aufbewahrungsrichtlinien, eDiscovery und Compliance-Vorgaben automatisch mit, ohne separate Konfiguration für jeden einzelnen Workspace.

Praxistipp: Workspace klar von der Dateiablage trennen

Vermische den Kanal-Workspace nicht mit eurer Dateiablage. Organisiert ihr im Kanal bereits Dokumente in einem SharePoint-Ordner, nutze den Loop-Workspace gezielt als Ort für lebendige Inhalte: Notizen, Brainstormings, Statusseiten, laufende Aufgabenlisten. Fertige Dokumente gehören weiterhin in die Dateien-Registerkarte. Und benenne den Workspace vom ersten Tag an eindeutig, etwa mit Kundenname und Quartal. Das hilft allen, die später zum Projekt dazukommen, sich sofort zurechtzufinden, ohne lange suchen zu müssen. 📌

Fazit & jetzt ausprobieren

Der Loop-Workspace im Teams-Kanal löst ein Problem, das in fast jedem Projekt auftaucht: die Frage, wer eigentlich Zugriff hat und wer diesen Zugriff pflegt. Statt Einladungen manuell nachzuverfolgen, arbeitest du mit einer Mitgliederliste, die sich automatisch an dein Team anpasst.

Probiere es jetzt aus: Öffne deinen nächsten Projektkanal, füge den Loop-Tab hinzu und teste, wie sich die automatische Zugriffsverwaltung für dein Team anfühlt. Du wirst merken, wie viel Verwaltungsaufwand dabei von alleine wegfällt. 🚀

Fabrizio Marra
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